Print: Wo die Chancen liegen
 
HZ, 27.10.2009
Die Antwort sei für den Schnell-Leser gleich vorweggenommen. Sie liegen im Grenzbereich von Print und Nonprint; wer sich zu dieser Behauptung noch die Begründung anhören will, der soll weiterlesen. Bevor ich zu den Fakten komme, kann ich den bekannten Verleger und Drucker Urs Gossweiler zitieren, der ähnliche Feststellungen in die Welt setzt.
 
Anlässlich einer Online-Tagung im September 2009 legte er anhand des eigenen Beispiels dar, wie er mit Online-Angeboten für die Website seiner Jungfrau-Zeitung für das Printprodukt Anzeigen generieren kann. Konkreter: Dank neuen Online-Angeboten wie die Web-TV-Präsentation im redaktionellen Umfeld seines Internetblattes, kann er trotz Randlage in der Schweizer Medienlandschaft an nationale Inserenten gelangen. Über diesen Umweg kommt er auch zu Anzeigen, beispielsweise eines bekannten Autoimporteurs, die er sonst nicht erhalten hätte. Und dies zu normalen Preisen, was in der wirtschaftliche schwierigen Zeit nicht sehr einfach ist.
Nun höre ich manchen grafischen Unternehmer reklamieren, dass sie keine Zeitung hätten, um solche Chancen wahrzunehmen. Doch Gossweiler-Beispiele gibt es zu Hauf, welche das Prinzip bestätigen, dass mit Nonprint-Vorschlägen Printprodukte wertvoller werden. Etwa die gedruckten Kataloge, welche (zumindest heute noch) die Betrachter auf den E-Shop locken. Oder TV-Zeitschriften, die mit ihren Programmhinweisen erst Zuschauer generieren. Oder der Lesestift, mit dem die Leserin und der Leser Zugriff auf Webcontent nehmen können, der ihnen sonst verborgen bliebe. Oder... wie sieht das Beispiel bei Ihren Kunden aus?
Der Angelpunkt liegt im Kommunikationskonzept des Auftraggebers: Was für Medien will er künftig seinen Kunden vorsetzen, damit sie seine Leistungen kaufen? Und erst jetzt kann geklärt werden, wie diese Medien am besten zu produzieren wären. Heute wird vielfach das Pferd am Schwanz aufgezäumt, in dem crossmediale Lösungen angepriesen werden, ohne dass klar ist, welche Medien überhaupt eingesetzt werden sollen. Der künftige Medieneinsatz lässt sich jedoch nicht über eine technische Lösung definieren.
Spätestens hier wird der kritische Leser eingreifen und mir vorwerfen, dass ein Produktionsbetrieb beim Kommunikationskonzept nicht mit diskutieren sollte. Weshalb eigentlich nicht? Viele Auftraggeber sind sich noch unsicher, wie ihr Kommunikationskonzept morgen aussehen sollte, da helfen praktische Beispiele dem Zweifelnden auf die Sprünge. Falls Sie solche nicht zur Hand haben, kann Ihnen der Lieferant oder ein Berater weiter helfen. So weit wie die Zuger Viktor-Hotz-Gruppe müssen Sie dabei nicht gehen. Dieser grafische Betrieb entwickelt seit Jahren in Richtung Kommunikationsberatung, neuerdings durch Zukauf einer bekannten PR-Agentur.
Übrigens passen solche Gedanken bestens zum Thema Nachhaltigkeit. Diese ist nicht nur in der umweltschonenden Technik gefragt. Auch in der Kommunikation ist eine ökonomische Nachhaltigkeit gefordert: durch Kontinuität und effizienten Einsatz der Mittel. Auch diesbezüglich ist das moderne Druckunternehmen zur aktiven Mithilfe aufgefordert.
Lösungen auf Kunden und nicht auf eine Technik abstimmen »
 
« zurück
 
(c) 05.09.2010 HZW / print.ch
Meilenstein in der Crossmedia-Entwicklung
Eine Datenbank zu Crossmedia-Fällen wurde von Hannes Zaugg (Edition Renteria SA, Zürich) initiiert und zusammen mit StudentInnen der comem+ konzepiert sowie von Jean-Marc Seydoux (Professor an der comem+, FH Yverdon) umgesetzt. Der Launch erfolgte im Rahmen der Eröffnungsfeier zur diesjährigen Marketingmesse SuisseEMEX. Diese Dokumentation zu Crossmedia-Fällen wird künftig zur professionellen Aus- und Weiterbildung an den Fachhochschulen Yverdon (comem) und Zürich (HWZ) eingesetzt.

HZW ist spezialisiert auf Crossmedia-Fragen »
Zukunft der Drucksache
Der VSD hat eine Broschüre herausgegeben, welche sich mit der Zukunft der Drucksache befasst. Und zwar aus Sicht der Kunden, was sich schon im Titel zeigt: Was Kunden von Print erwarten. Die Anforderungen von Auftraggeberseite werden verknüpft mit der technischen Entwicklung. Die Digitalisierung hat den Workflow der Printproduktion wesentlich verändert, einerseits verkürzt, anderseits vereinfacht, so dass alle Beteiligten daran partizipieren können. Heute geschieht dies (immer mehr) über das Web, das für die Druckbranche zur Informations- und Arbeitsplattform wird. In der Broschüre werden solche prinzipiellen Überlegungen mit Interviews sowie Praxisbeispielen veranschaulicht; sie kann beim VSD in Bern (www.vsd.ch) bezogen werden.
«Das Rückgrat unserer Tätigkeit ist die genaue Kenntnis der Medienentwicklung»
Sind Ihre Leistungen noch gefragt?
HZW für effiziente Medienproduktion
Hopfenstrasse 10 - 8045 Zürich